Dienstag, 7. November 2017

Schlick



Schlick

 Es ist ein Buch, das nach dem letzten Satz nachhallt. Und zwar mehrere Wochen. Es geht mir ganz selten so – „Die hellen Tage“ von Zsuzsa Bànk war auch so ein Roman - jahrelang. „Schlick“ damit ist der Dreck, der Abfall und auch der Menschenschlick gemeint, dem Helene tagtäglich in der Papierfabrik begegnet, mit dem sie arbeiten muss.

Und darum geht's:
„Vater, Mutter, Kind: Ich sehe das als ein großes Thema unserer Generation. Vielleicht sogar als das größte persönliche Thema unserer Zeit, weil alle Varianten von Familie erlaubt sind und jeder selbst wählen muss.“ Das sagt die Autorin Ada Dorian selbst über ihren Roman. Ein Toter und zwei Lebende auf einem Bild. Vater, Mutter, Kind. Dieses Foto hätte es so gar nicht geben dürfen – und doch hing es wie selbstverständlich jahrzehntelang in dem Haus, in das Svea mit ihrem Neugeborenen einzieht. Während sie mit ihrem eigenen Leben hadert, ist Svea fasziniert von Helene, der Frau auf dem Bild. Ein poetischer Roman über zwei Frauen, die sich verblüffend ähnlich sind, obwohl sie hundert Jahre trennen, über die Konstruktion von Erinnerungen und darüber, wie viel Ungesagtes eine Familie verträgt.


(c) Melanie Hauke
Über die Autorin:

Ada Dorian wurde 1981 in Hannover geboren. Sie studierte Literaturwissenschaften und Philosophie an der Universität Osnabrück, wo sie neben dem Studium im Erich Maria Remarque-Friedenszentrum forschte.
Anschließend verbrachte sie sieben Jahre in Hamburg, wo sie dem Writers’ Room beitrat. 2009 gewann sie den Literaturförderpreis der Stadt Hamburg. Heute lebt sie als freie Schriftstellerin wieder in Osnabrück.
Ada Dorian ist Trägerin des Literaturstipendiums des Landes Niedersachsen 2016 und war im selben Jahr nominiert für den Ingeborg-Bachmann-Preis.

Fazit: Ich fand es wunderschön, weil es unaufgeregt sämtliche Konstellationen unserer Gesellschaft und auch unserer Beziehungen widerspiegelt, ohne aufdringlich zu wirken. Persönlich hätte ich gerne noch mehr von Helene erfahren, mehr Geschichtliches als Roman dargestellt bekommen. Insgesamt hätte ich ewig weiterlesen können ...

Facts:
Verlag: Ullstein fünf
ISBN: 978-3961010059
Preis: 18,00 Euro


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Winterengel


Winterengel


Wundervoll! Obwohl die Sprache eher einfach ist und ich mir anfangs dachte, wann hören die immer gleichen Reflektionen auf, entwickelte es sich mit wachsenden Seitenzahlen immer mehr zu einer Art Pageturner. Nicht spannend im Sinne eines Krimis, aber immer so, dass ich unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte der Glasmacherin Anna weitergeht. Doch von Anfang ...

Darum geht es in „Winterengel“:
Winter 1895: Als ihr Vater stirbt, steht die neunzehnjährige Anna Härtel vor dem Nichts: Die Glasbläserei der Familie im Schwäbischen Wald wird versteigert. Sie muss sich bei einem Glasbläser im Nachbarort verdingen. Um etwas für ihre Familie hinzuzuverdienen, fertigt sie abends kleine Glasengel an, die sie in Streichholzschachteln verpackt verkauft. Eines Tages erhält sie eine Nachricht der Königin von England: Queen Victoria hat von Annas Kunstfertigkeit erfahren und lädt die junge Deutsche an den Hof ein. Anna tritt die aufregende Reise an, in Begleitung von John, einem Diener der Königin. Doch auf der Überfahrt werden ihr die Engel gestohlen. Als sie schließlich vor die Queen tritt, nimmt ihr Leben eine überraschende, alles verändernde Wendung: Wird sie zu ihrer Familie nach Schwaben zurückkehren können?

Über die Autorin:
Corina Bomann, 1974 in Parchim geboren, entdeckte die Welt der Bücher schon recht früh für sich. Als Kind verzierte sie die Exemplare der heimischen Bibliothek mit eigenen „Wachsstift-Illustrationen“, später, als sie das Schreiben erlernt hatte, begann sie, eigene kleine Geschichten zu verfassen. Langeweile in Schule und Bus füllte sie mit viel Fantasie aus, sodass aus kleinen Geschichten bald ganze Romane wurden, die zunächst mehrere Kladdehefte füllten. Die Hefte und eine alte Schreibmaschine wichen nach und nach dem Computer; ihre Geschichten entstiegen den Schubladen und fanden ihre Heimat bei Verlagen. Noch heute lebt Corina Bomann in Mecklenburg und nutzt die traumhafte Ruhe und wunderbare Landschaft, um ihre Romane zu spinnen. In ihrer zweiten Heimat Berlin lässt sie sich dagegen vom Puls der lebendigen Stadt inspirieren. Ihre große Liebe gilt der Geschichte, und so finden sich auch in ihrem neuen Roman „Die Schmetterlingsinsel“ historische Elemente, die geschickt mit dem Heute verwoben werden.

Fazit: Leichte, sehr schöne, etwas vorhersehbare und doch überraschende Lektüre – genau richtig für die Vorweihnachtszeit! :-)

Facts:
Verlag: List
ISBN: 978-3471351611
Preis: 16,00 Euro

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