Donnerstag, 20. April 2017

Schlafen werden wir später!



Schlafen werden wir später

Endlich! Ein neuer Roman von Zsuzsa Bànk ist erschienen – und wieder möchte man gar nicht aufhören zu lesen ...

Ihr Lieben, hier veröffentliche ich nun meine Rezension, die so in der Happiges erschienen ist und ziemlich deutlich widerspiegelt, warum ich die Bücher dieser Autorin so gerne lese ...

Es ist dieser ganz besondere Erzählstil und der Rhythmus ihrer Texte, der auch das neue Buch von Zsuzsa Bànk wieder zu etwas ganz Außergewöhnlichem macht. Sie feiert dieses Mal die enge Freundschaft zweier Frauen. Die Lehrerin Johanna und die Künstlerin Márta kennen sich seit Kindheitstagen, in Briefen und E-Mails halten sie engen Kontakt. Jetzt, mit Anfang 40, liegt die Mitte des Lebens hinter ihnen, sind Lebensweichen gestellt, wichtige Entscheidungen getroffen, ist ein Richtungswechsel nicht mehr vorgesehen. Márta und Johanna schreiben sich E-Mails von großer Tiefe und Emotionalität. Ihre Mails sind ergreifende Dokumente eines täglichen Ringens um Selbstbehauptung, Freiheit und Glück. Beide Frauen wissen, dass sie mehr wollen. Aber was machen sie jetzt mit diesem Leben? Und was macht das Leben mit ihnen?



„Was fangen wir noch an mit diesem Leben, jetzt, nachdem wir die halbe Strecke schon gegangen sind?“
Zsuzsa Bánk

Über die Autorin:
Zsuzsa Bánk, geboren 1965, arbeitete als Buchhändlerin und studierte anschließend in Mainz und Washington Publizistik, Politikwissenschaft und Literatur. Heute lebt sie als Autorin mit ihrem Mann und zwei Kindern in Frankfurt am Main. Für ihren ersten Roman „Der Schwimmer“ wurde sie mit vielen Preisen ausgezeichnet.

Leseprobe

27. März 2009 – 17 : 43
Liebste Johanna,
heute Morgen hat Simon beim ersten frühen, viel zu frühen Kaffee gesagt, wäre er zehn Jahre jünger und hätte drei Kinder weniger, hätte er mich schon verlassen. Eine Drossel hatte sich ans nachtbeschlagene Fenster gesetzt und mit ihrem Schnabel angeklopft, als wolle sie uns warnen und bremsen, uns belauschen, um es an diesem Frühlingsmorgen schnell in ihre Vogelwelt zu tragen, von Ast zu Ast, von Zweig zu Zweig, Drosseln und Finken zu verkünden, die nach dieser Nachricht schnappen würden wie nach einem Wurm, hört, hört, Neues aus der Körberstraße zwölf, hört, hört. Simon sagte es in einem Ton, als sei es ohne Bedeutung, als sei es etwas wie: Das Wetter schwenkt um, ich nehme lieber den Zug und nicht den Wagen, und vielleicht habe ich deshalb nichts erwidert, Johanna, vielleicht habe ich deshalb Tassen und Teller aus der Spülmaschine in den Schrank geräumt, wie jeden Morgen, weiter Messer zu Messern, Löffel zu Löffeln gelegt und getan, als hätte ich nichts gehört und müsste deshalb auch nichts erwidern ... 

Facts:
Erschienen im S. FISCHER Verlag
ISBN: 978-3100052247

Preis: 24 €


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