Donnerstag, 28. Juli 2016

Verletzlich


Verletzlich


So, mit einem lachenden und einem weinenden Auge, stelle ich heute Band 11, der letzte
seine Reihe um die Journalistin Annika Bengtzon vor. Ich habe sie alle gelesen und mich so manche Stunde mit dem Buch vergraben ... spannend sind sie alle elf, was auch daran liegt, dass es nicht nur um Mordfälle, Politik und Detektivarbeit geht, sondern um eine Journalistin, mit der man mitfiebert, mitleidet und mitliebt. An sich ist sie mir nie sonderlich sympathisch gewesen, aber ich konnte sie verstehen und ihre Handlungen nachvollziehen und wenn man selbst in der Branche arbeitet, ist der Einblick, den die Autorin Liza Marklund den Lesern gewährt, einfach sehr spannend.

Und darum geht es dieses Mal:
Panikattacken zwingen Annika Bengtzon, sich ihrer Arbeit als Journalistin neu zu stellen. Ihr letzter Fall ist nicht geklärt, das Opfer, der Politiker Ingemar Berglund, liegt im Koma, der Täter konnte nicht überführt werden. Und auf Wunsch der Leser des Abendblatts rollt Annika im Rahmen einer Serie über ungeklärte Verbrechen den Fall Josefin neu auf: den Tod einer jungen Stripperin, deren Mörder nie gefasst wurde. Das war übrigens einer ihrer ersten Fälle, wenn ich mich recht erinnere sogar der erste ...

Auf der Reise in die Vergangenheit wird Annika auch mit den Schattenseiten ihrer eigenen Familiengeschichte konfrontiert. Doch plötzlich gerät die Situation außer Kontrolle. Sie
findet sich  in der Hölle wieder. Dabei wollte sie eigentlich mit ihrer neuen großen Liebe Jimmy Halenius und den Kindern noch einmal einen Aufbruch wagen. Privat mit vielem abschließen, sich beruflich verändern. Doch als sie sich auf den Weg zu ihrer Schwester macht, um sich mit ihr nach all den Jahren zu versöhnen, ist Birgitta verschwunden. Auf der Suche nach ihr begegnet Annika den Dämonen ihrer Vergangenheit und gerät am Ende selbst in tödliche Gefahr. Die Reihe ist übrigens verfilmt worden. Aber anders als im Buch, hat sie da blonde Haare und ist sehr hübsch ... also ich hatte Mühe, das auf Linie zu bekommen für mich. Das Bild geht schon weit auseinander und die Verfilmungen kommen einfach nicht an das Buch ran!


Über die Autorin: 
Ich hatte das große Glück, bei einer Krimi-Nacht im Klinikum Rechts der Isar (in der Pathologie), persönlich ein paar Worte mit meinem Idol wechseln zu dürfen. Ich bin ein großer Liza Marklund-Fan vom ersten Buch an!! Aber nun zur Person: Liza Marklund wurde 1963 geboren und wuchs in Nordschweden auf. Bereits als Kind dachte sie sich gerne Geschichten aus. Dabei hieß ihre Heldin immer Annika. Bevor Liza Marklund Journalistin wurde, sah sie sich erst mal eine Weile in der Welt um. Sie lebte einige Zeit in den USA und auch in Russland, schlug sich in Israel mit dem Verpacken von Oliven und in London als Kellnerin durch.

Sie besuchte danach eine Journalistenschule und arbeitete anschließend für verschiedene Zeitungen und Fernsehsender. Nachdem sie mit einem Sachbuch auf die Nase fiel, konzipierte sie sechs verschiedene Annika-Bengtzon-Romane, bevor sie sich für den entschied, aus dem schließlich Olympisches Feuer wurde. Das Buch schrieb sie dann mit Unterbrechungen neben ihrer journalistischen Arbeit.
Zur Vermarktung ihres Romans tat sie sich mit einem Freund zusammen und lies 4000 Exemplare drucken. Da die Buchhändler einen Verkauf ablehnten, begann der Vertrieb über Tankstellen. Mittlerweile sind eine halbe Million Exemplare verkauft und Liza Marklund hat für das Buch bereits den Poloni-Preis und den Preis für das beste Debüt des Jahres 1998 von der Schwedischen Krimiakademie erhalten.
Im Jahr 2000 gründete sie den Piratförlaget, als Protest gegen die Vertragsbedingungen der Autoren bei den schwedischen Großverlagen.
Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in einem Loft über der Altstadt Stockholms und ist nach wie vor als Reporterin tätig.
Fazit: Mir hat es super gefallen, ich bin allerdings befangen, was diese Reihe angeht :-) ... wenn ich es von außen betrachte, würde ich trotzdem gerne wissen wie es weitergeht und ja, ich finde ihren Ex-Mann Thomas sehr jämmerlich ... das Buch darf auf keinen Fall im Koffer fehlen! Einen Tipp für alle, die die Annika Bengtzon noch nicht kennen: Unbedingt mit Band 1 beginnen!

Facts:
Verlag: Ullstein
ISBN: 
978-3550080623
Preis: 14,99 Euro






Und hier Band 1:



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Mittwoch, 6. Juli 2016

Die Canterbury Schwestern

Die Canterbury Schwestern


Merkt ihr was? So langsam kommt der Sommer in Schwung und das heißt: die Urlaubszeit naht! Falls ihr noch nicht wisst, welche Bücher euch begleiten werden - ob als ebook oder schön real gedruckt - könnt ihr ja ein bisschen im Blog stöbern. Ich habe in den letzten Woche eine Menge gelesen und stell euch hier nach und nach die Bücher vor - manche würde ich jederzeit blind empfehlen, andere sind Geschmacksache. Aber ich denke, es ist für jeden was dabei.

Hier nun zu den Canterbury Schwestern. Wie ihr an der Deko im Bild erkennen könnt, ein hervorragendes Buch, um die Seele baumeln zu lassen. Neun Tage, fünf Frauen, ein Weg ...

Darum geht's: 
Che kann es nicht fassen: Sie ist mit acht anderen Frauen auf dem Weg von London nach Canterbury. In einem Brief hat ihre exzentrische, willensstarke Mutter ihrer Tochter aufgetragen, dorthin zu pilgern und ihre Asche zu verstreuen. Außerdem hat sich gerade auch noch ihr Freund von ihr getrennt. Das Letzte, was sie jetzt gebrauchen kann, ist ein als Pilgerreise getarnter Selbstfindungstrip. In alter Pilgertradition soll jede der Frauen auf dem Weg eine Geschichte über die Liebe erzählen. Che ist skeptisch, als die Wanderinnen damit beginnen. Doch die unterschiedlichen Geschichten der Frauen berühren sie tief. Zum ersten Mal in ihrem Leben hat Che das Gefühl, ihren Weg zu kennen.
 

Die Frauen, die Che begleiten, sind völlig unterschiedlich, da sind beispielsweise auch Mutter Jean und Tochter Becca unterwegs. Becca ist die jüngste Teilnehmerin, sie hat gerade angefangen zu studieren, und erzählt die Geschichte über ihren ersten Kuss. Jean hat ihren Mann in Guatemala verloren. Sie berichtet davon und über ihr Leben dort im Ghetto für die Reichen. Wieder andere Frauen erzählen Mythen, denn die Vorgabe ist: Alles kann, aber nichts muss wahr sein. Die Erzählweisen der Frauen spiegelt ihre Lebenssituationen wider. Dazwischen kommt die Protagonistin mit ihren Gedanken, ihren Versuchen, ihre eigene neue Situation zu bewältigen. Die malerischen Landschaftsbeschreibungen lockern den Erzählfluss auf und sorgen für echtes Fernweh. Urlaubsfeeling pur! Im Grunde hat man am Ende das Gefühl, mit den Frauen gemeinsam gepilgert zu sein.

Che verstreut unterwegs die Asche ihrer Mutter, die sie in einem Frischhaltebeutel in ihrem Rucksack mitführt. Zunächst unabsichtlich, dann bewusst. So versucht sie, von ihrer Mutter Abschied zu nehmen, sich von ihr endgültig zu lösen und ihren eigenen Weg zu gehen. Der (Frauen-)Roman umfasst 384 Seiten - Taschenbuchausgabe!


Die Autorin: Kim Wright schreibt für mehrere Lifestylemagazine über Wein, Restaurants und Reisen - da unter anderem für Wine Spectator, Reise & Freizeit, und die Vogue. Sie ist zudem zweimalige Gewinnerin des Lowell Thomas Award für Reiseliteratur. In ihrer Freizeit tanzt Kim Wright leidenschaftlich gerne. Sie lebt in Charlotte, 
North Carolina. 


Fazit: Bis auf ein paar Längen hat mich das Buch gut unterhalten. Etwas mehr Tiefe hätte den Themen gut getan - die Schreibweise ist jedoch locker und leicht. Ich kann es als Reiselektüre absolut empfehlen!

Facts: 
Die Canterbury Schwestern ist im Ullstein Verlag erschienen.
ISBN: 9783548287867
Preis: 9,99 Euro




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Freitag, 1. Juli 2016

Die Punkte nach dem Schlussstrich

 

Die Punkte nach dem Schlussstrich

Sooo, dieses Buch hat mich total neugierig gemacht ... und zwar, weil sich der Klappentext so herrlich anders liest. Ich will ihn euch nicht vorenthalten - entscheidet selbst:

Ich wollte Apollo unbedingt lieben. "Ich liebe dich." Apollo sagte nichts. Nur ein leises, zartes Männerseufzen, das mich wie ein Soundtrack durch mein ganzes Leben begleiten würde. Plötzlich fing es in meinem Bauch an zu flattern. Keine Schmetterlinge, sondern Motten. Giftige, riesige Motten taumelten kopflos in meinem Magen. Solche, die mit ihrem Urin Löcher in Autolack brennen. Weil ich den Unterschied zwischen Motten und Schmetterlingen im Bauch nicht kannte, hielt ich diese Angst aus Versehen für die echte große Liebe. Für die Berufsfreundin Luzy sind Männer der Mittelpunkt ihrer Welt. Auch wenn es ihr gar nicht passt: Sie kann nicht alleine sein. Also, in einem Raum geht das schon, aber ohne einen Freund im Leben wird es schwierig. Bislang konnte Luzy sich immer retten. Wenn das Beziehungsende nahte, suchte sie sich rechtzeitig den Nächsten. Apollo, Peter, Jonas. Von einem zum anderen wie der Affe im Dschungel. Sie investiert all ihre Energie in den Erhalt der oft nicht einfachen Beziehungen mit Männern, die sich so flüchtig verhalten wie Edelgase. Aber plötzlich geht etwas schief, und Luzys Putzerfisch-Verhalten kann ihre Trennungsangst nicht mehr kaschieren. Sie flippt aus. Im Streit bricht sie Jonas den Arm und muss fortan hundert Meter Abstand zu ihm wahren. Mit Liebeskummer im Herzen und einem Entfernungsmesser in der Hand stellt sie fest, dass sich etwas ändern muss, denn von aufrichtiger Liebe versteht sie nichts.

Es ist schwierig zu beschreiben, aber Lucy fühlt nichts und missversteht Klammeraffentum und Fürsorge mit Liebe. Sie lebt das Leben ihrer Männer, denn ein eigenes hat sie nicht, ebenso keine Interessen, Hobbys oder Freunde. Ihr Job als Vollzeitfreundin nimmt dermaßen viel Raum in ihrem Leben ein, dass nichts anderes mehr Platz hat. Nicht einmal sie selbst. Ihre Angst vor Ablehnung ist so groß, dass sie lieber Lügen erzählt, um nur einen klitzekleinen Moment geliebt zu werden. Die Offensichtlichkeit dieser schädlichen Verbindungen macht aber das Buch aus. Wie bei einem grausamen Unfall kann man den Blick nicht abwenden und hofft mit jedem weiteren Kapitel, dass Luzy zur Besinnung kommt.  Apropos Kapitel: Das Buch hat keine Kapitel im eigentlichen Sinn - es stehen Namen zu Beginn der einzelnen Abschnitte. LUCY und dann weiß man, es geht um sie selbst. Dann PETER oder JONAS, darin wird die Beziehung zu den Männern beschrieben. Wobei das immer nur aus ihrer Sicht geschildert wird - eine echte Ich-Erzählung. Bis plötzlich auf Seite 301 damit gebrochen wird und man unter dem Absatz SARA ein Erzähltext aus Sicht eines ihrer Möchtegern-Beziehungen lesen kann. Zwischenrein wird der Erzählfluss durch Skizzen wie diese aufgelockert:



Die Autorin:
Laura Lackmann, geboren 1979 in Berlin, hat an der New-York-Filmakademie und der dffb Berlin Regie studiert. Sie ist als Drehbuchautorin und Regisseurin tätig. Ihr Regiedebüt absolvierte sie mit der Verfilmung des Romans "Mängelexemplar" von Sarah Kuttner. Sie arbeitete als Co-Autorin an der Fernsehserie "Blochin" von Matthias Glasner mit. Zurzeit bereitet sie ihren nächsten Kinofilm vor, "Die sachliche Romanze", der im Herbst 2016 entstehen wird.


Fazit: Insgesamt liest sich das 319 Seiten starke Taschenbuch entspannt durch. Insgeheim fühlt man sich sicher an der ein oder anderen Stelle ertappt und das macht das Ganze auch so voyeuristisch ... trotzdem dachte ich hin und wieder "ganz schön krank" ... Die Protagonistin ist mir - vielleicht sogar wegen all ihrer Macken und Defizite - sympathisch gewesen. Deshalb: Perfekt als Urlaubslektüre!

Facts:
Verlag: List Hardcove
ISBN: 3471351205

Preis: 14,99 Euro




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Und für alle, die jetzt Lust auf das Buch haben: Ihr könnt es gewinnen! Macht mit und hinterlasst mir einen (netten!) Kommentar unten oder auf facebook und mit etwas Glück, schmökert ihr bald selbst drin!